Wahlkampf ist so viel mehr als ein paar große Veranstaltungen mit prominenter Besetzung. Nein, es sind die vielen, vielen Begegnungen und Gespräche, die den Wahlkampf prägen und so manches Mal tief im Gedächtnis bleiben. Mir liegt viel daran, beim Gang von Tür zu Tür, von Garten zu Garten oder auf den Wochenmärkten mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und so oft erlebe ich Dankbarkeit für ein freundliches Wort, für die ehrliche Frage, wie es sich mit dem Gehstock oder dem Rollator auf dem historischen Pflaster laufen lässt, für mein Interesse am Alltag im Dorf mit fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, Bussen oder Radwegen.

Birgit Kilian im Wahlkampf

Und ich erlebe genauso oft, wie sich Menschen engagieren, um mit manchmal kleinen Dingen einen enormen Gewinn fürs Miteinander zu schaffen. Da gibt es die Menschen mit Behinderung, die sich dafür einsetzen, dass die alten Leute an der Haltestelle eine Bank bekommen. Das Multiple Haus in Böhlitz holt für Menschen Dienstleister ins Dorf und gibt ihnen einen sozialen Raum. Da gibt es die Jugendlichen, die bleiben wollen, weil das Jugendhaus ihr Zuhause ist.

Ich denke auch an die Eltern, die eine Initiative gestartet haben für Tempo 30 vor dem Kindergarten. Ich denke an die engagierten Altenhainer, die ihre marode Turnhalle endlich auf Vordermann bringen wollen. Ich denke an den Imker, der auf vielen Podien unterwegs ist, um für seine Bienen und deren Anerkennung als Nutztiere zu werben. Ich denke an die Seniorin, die es sich zum Ziel gemacht hat, 2.000 Unterschriften zu sammeln, damit die Autos durch das Dorf langsamer fahren müssen. Und ganz besonders denke ich an die vielen Menschen, die gegen einen Rechtsruck in unserem Land kämpfen und auf die Straße gehen, um die Errungenschaften der friedlichen Revolution zu verteidigen.

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So viel Engagement, so viel Ehrenamt. An manchen Tagen bin ich tief beeindruckt und bewegt von meinen Gesprächen zu meiner Familie zurückgekommen, und ja – ich war auch stolz und glücklich, so wunderbare engagierte Mitmenschen um mich zu wissen. Und dabei habe ich ja nur einen kleinen Teil der Initiativen und Projekte erlebt, die in unserem Sachsen aktiv sind.

Meine Aufgabe als Politikerin ist es, zuzuhören, Ideen und Kräfte zu bündeln und Lösungen aufzuzeigen, ohne Luftschlösser zu bauen. Wenn ich mit den Menschen spreche, verhehle ich nie, dass ich für unsere Grundwerte von Toleranz, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen in Sachsen eintrete. Ich sage und zeige öffentlich, dass ich für die Werte einer sozialen und demokratischen Gesellschaft eintrete. Und viele Menschen sind dankbar sind für mein öffentliches Bekenntnis. Sie sehen darin einen Lichtblick, dass es noch mehr Menschen in Sachsen gibt, denen Demokratie und Freiheit etwas bedeuten und die sich nicht von einer lauten Minderheit niederbrüllen lassen. So wie ich sind die fleißigen und mutigen Menschen im Ehrenamt der festen Überzeugung, dass wir nur im Miteinander mit den Regeln der Demokratie unser Land gestalten können. Denn wir wissen, dass es im Gegeneinander nur Verlierer gibt, während wir im Miteinander alle gewinnen werden.