Unterwegs im Muldental: Länger gemeinsam lernen

Auf meiner Tour quer durch das Nördliche Muldental machte ich auch Station in Machern, einer Gemeinde mit 6.000 Einwohnern. Hier traf ich auf zwei Gesprächspartner, die zweifelsohne Experten in Sachen Schule sind. Katja Rauchhaupt lebt seit vielen Jahren in Machern, ist Mutter von vier Kindern und Lehrerin am Evangelischen Schulzentrum Muldental. Sie kennt die Elternsicht und auch die Perspektive als Klassenlehrerin einer 5. Klasse. Der Machener Wolfgang Wildfeuer arbeitet bundesweit für die Deutsche Schulakademie und ist Juror beim hochrenommierten Deutschen Schulpreis.

Als frühere Lehrerin und Schulleiterin und aktive Beraterin für Schulentwicklung weiß ich, wie wichtig es für die kindliche Entwicklung ist, möglichst lange gemeinsam zu lernen. Die Entscheidung für die Oberschule oder das Gymnasium bereits nach der 4. Klasse kommt viel zu früh. Kinder brauchen Zeit, sich entwickeln und entfalten zu dürfen. Der Zwang zur frühen Entscheidung über die ganze weitere Bildungslaufbahn belastet die Grundschulzeit, trägt unsinnigen Stress in die Schulen und Familien und führt letztlich nur dazu, dass Nachhilfeinstitute boomen.

Deshalb möchte ich, dass alle Kinder in Sachsen die Chance haben, länger gemeinsam zu lernen. Dafür ist die Gemeinschaftsschule das Modell der Zukunft. Das Bündnis „Länger gemeinsam lernen“ hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Kindertag am 1. Juni 40.000 Unterschriften im Rahmen eines Volksantrages zu sammeln. Ich unterstütze dieses Bündnis aktiv von Beginn an und bin stolz darauf, bereits mehr als 200 Unterschriften in meinem Wahlkreis gesammelt zu haben.

Als Bildungsexperten brauchten wir weder Fragen noch Impulse meinerseits, um in eine lebhafte Diskussion über die Möglichkeiten der Gemeinschaftsschule zu kommen. Während Katja Rauchhaupt in erster Linie alternative Konzepte für Unterricht ins Spiel brachte, verwies Wolfgang Wildfeuer auf zahlreiche positive Erfahrungen in den anderen Bundesländern. Einig waren wir uns alle darin, dass eine Schule für alle die Antwort für die Zukunft ist: Eine Schule für alle, die den individuellen Bedürfnissen der Schüler entgegenkommt. Eine Schule, die auf Gemeinschaft und Gemeinsinn setzt. Eine Schule, die alle Schulabschlüsse ermöglicht. Eine Schule, von der wir nicht länger träumen wollen. Eine Schule, die mit jeder Unterschrift ein wenig realer wird.

Schreiben Sie mir oder sprechen Sie mich an, wenn Sie mehr über die moderne, leistungsfähige und kindgerechte Gemeinschaftsschule erfahren möchten. Eines steht jedenfalls fest: Sachsen braucht die Gemeinschaftsschule, um für die Zukunft gerüstet zu bleiben.