„Politik – einfach machen!“ Das klingt so leicht. Und es sollte selbstverständlich sein. Ich wollte erfahren, welche Menschen und welche Ideen hinter diesem Slogan stecken.

So traf ich mich mit Michael Peukert, dem Initiator und unermüdlichen Kämpfer für einen inklusiven demokratischen Bildungsansatz.

Inklusion und Demokratie – das sind zwei bedeutsame Begriffe für unsere Gesellschaft. Diese Begriffe müssen wir aber – jeder einzelne für sich – mit Leben füllen. Für mich bedeutet das auch, nicht über die Menschen, sondern mit ihnen zu reden. Denn wenn ich mit behinderten Menschen, deren Familienangehörigen oder mit Pflegern ins Gespräch komme, erfahre ich aus erster Hand, was z.B. mangelnde Anerkennung für die Berufe in der Pflege oder alltägliche Hürden und Ausgrenzungen mit den Menschen machen. Diese persönlichen Einblicke verändern meine Perspektive und ermöglichen mir, die Situation der Betroffenen zu verstehen. Inklusion darf sich eben nicht in Sonntagsreden erschöpfen – Inklusion muss von jedem getragen und gelebt werden, an jedem Tag und in allen Bereichen.

Das heißt aber auch, dass unsere Demokratie inklusiv werden muss. Es sollte selbstverständlich sein, dass auch behinderte Menschen in Politik und Gesellschaft mitreden und mitgestalten können. Dafür aber müssen manche Rahmenbedingungen durchaus noch geschaffen werden. Eine Maßnahme dazu ist die Leichte Sprache.

Manchen Menschen fällt das Lesen oder das Verstehen von Texten schwer. Sie kommen mit Fremdwörtern, abstrakten Begriffen oder langen Sätzen nicht gut zurecht. Leichte Sprache hat einen einfacheren Wortschatz, vermeidet lange Sätze und erklärt schwierige Sachverhalte. Mit Leichter Sprache können Menschen, denen das sonst schwerfällt, besser verstehen, wie Wahlen funktionieren, was in den Wahlprogrammen steht und welche Politiker ihre Interessen am besten vertreten.

Deswegen werde ich auf meiner Website eine Rubrik einrichten in Leichter Sprache. Das ist mein erster Schritt zu einer Politik, an der alle mitwirken können. Auch für meinen Wahlkampfflyer werde ich mir etwas einfallen lassen, damit sich alle informieren können, was ich für die Menschen im Wahlkreis tun werde. Und nicht zuletzt werde ich die Menschen besuchen, die in den Einrichtungen der Diakonie in Borsdorf und Panitzsch leben und arbeiten, um besser zu verstehen, was wir gemeinsam und füreinander tun können.

Ich danke Michael Peukert herzlich für das interessante Gespräch und für die wertvollen Ideen und Einblicke. Und nachträglich noch herzlichen Glückwunsch zum 3. Sächsischen Inklusionspreis!